alexander grau


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                        Gründe sind schlechte Begründungen. Zumindest  für die wirklich schönen Dinge im Leben. Für

                        Rennradfahren zum Beispiel. Natürlich kann man Rennradfahren, weil man etwas für seine

                        Gesundheit tun möchte, weil man abnehmen will oder weil man Sport gerne in der Natur und an

                        der frischen Luft ausübt. Doch selbst wenn man all diese Gründe und noch zig andere dazu

                        nimmt - irgendwie hat man damit das, was Rennradfahren eigentlich ausmacht, nicht wirklich

                        erfasst.

                        Vermutlich ist es so, dass sich die schönen Dinge des Lebens nicht in Sprache fassen

                        lassen. Auch die beste Rennradprosa wird kaum vermitteln können, wie großartig dieser

                        Sport ist. Und es soll an dieser Stelle nicht der Versuch unternommen  werden, das Gegenteil zu

                        zeigen.


                        München verfügt zwar bekanntermaßen über ein sehr schönes Umland, in

                        dieses zu gelangen, gestaltet sich mitunter aber äußerst mühsam - insbesondere wenn man in

                        Schwabing wohnt. Schwabing liegt bekanntlich im Norden Münchens, die attraktivsten

                        Routen finden sich aber südlich. Es bleibt nichts anders übrig: Man muss sich irgendwie durch

                        die Innenstadt quälen. Doch hat man ersteinmal Solln erreicht, ist das Schlimmst überstanden.

                        Hinter Pullach kann man autofrei durch den Forstenrieder Park fahren und dann die

                        Olympiastrasse Richtung Starnberg. Bei Oberdill  fahre ich rechts ab, durch eine herrliche

                        Voralpenlandschaft bis Leutstetten. Von dort geht es weiter durch das Mühlthal bis Königswiesen

                        und dann über Hausen und Hadorf nach Söckingen und vor dort hinab nach Starnberg. Über

                        Wangen kommt man wieder auf die Olympiastrasse und von dort Richtung München oder weiter

                        zum Kloster Schäftlarn.
 

                        Ein Rennrad sollte aus Italien kommen. Und es sollte wirklich aus Italien kommen, nicht nur den

                        Aufkleber einer ehemaligen Traditionsmarke tragen. Ich fahre ein Aluminiumrad, da Aluminium

                        schöne Kompromisse zwischen klassischer Form und moderner Rahmenbautechnik ermöglichen. Schließlich kann die Alternative zur dominierenden Carbon-Optik kein konservativer

                        Stahlrahmen-Retrolook sein. Geht man von diesen Grundgedanken aus, so kommt man relativ schnell auf ein de Rosa. Mein Modell Team der Baureihe 05/06 besteht aus einem zweifach

                        konifizierten 7005er Rohrsatz. Aus ästhetischen Gründen habe ich mich entschieden, Campagnolo Veloce-Komponenten zu verbauen, die damals noch silberfarben waren. Die Laufräder

                        sind natürlich auch von Campagnolo (Ventos mit G3-Speichung), der Lenker von Modolo.

 

                 


                                                                                                                                                                                                        © Alexander Grau